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2 Songs wo d’Wält nöd brucht
5 (6)

Grad jetz i HomeOffice Ziite schlaat de Fernsehabig mit Chips und Biär (beides relativ kaloriehaltig) wider mal voll zuä. Dänn fählts au na a de freie Bewegig und soo…..
Goldigi Ziite für d‘Schpäckbildig am suscht beschtens pflägte Körper.
Schpöteschtens wänn der dini schpezielle Bühneklamotte nüme passed söttisch mal drüber naadänke und i dich gah.
Schpäck muäss wäg will Schlankheit gfallt. Uusnahme git’s nur dänn, wänn din übergrosse Bodymassindex uffgrund vo dim Schtimmvolume zwingend notwändig isch. Da gits dänn ehrlicherwiis einigi Sängerinne und Sänger aber so vill sinds äbe au nöd.
Für diä Andere: Nöd bschisse! Äs fallt eh uff!
Zum Song: En witere i dä Reihe:

Sinnlose Rocksongs, die die Welt nicht braucht

Und dezuä na mit enere unnütze Moral.

Aber Corona brucht d’Wält ja au nöd.

Und wills so schön passt han i so en Art Single gmacht mit ere B Site über dä Huäber. Eigentlich öppis ehnder truurigs.

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Jubiläum 21 Jahre
4.8 (6)

Vögi alias Haydi anno 1998

S’chunt scho guät oder wenigschtens so ähnlich.

Anderi jublet Jubiläe wiä 50 Jaar Woodstock. Loset diä zuegänermasse geile Songs us dere Ziit und kiffet oder dröhnet sich suschd irgendwiä d’Bire voll zum sich sälber z’beschtätige wiä geil das damal alles gsy söll sy.

S’Dütschland git’s waarschinlig dänn bald 30 Jahre Mauerfall moderiärt und mit gränzelos dumme Schprüch bedacht vo irgendeme Ploderi wiä am Thomas Gottschalk oder vom Dieter Bohlen oder sogar vom Andy Borg (chunnt eh nöd gross drufaa).

Ich fiire liäber s’21jäärige Jubiläum vo minere erschte CD
woni dank em Gogo Frei han dörfe mache. Ich schtell si nach ere lengere Pause wieder online und vertrieb si uff dä üäbliche „soziale“ Kanäl. Woni diä CD wider mal duregloset han, isch mer übrigens uffgfalle, dass sich eigetly 21 laaaangi Jaar nüt g’änderet hätt. Oder es isch mer mindeschtens nöd ufgfalle. Uff jede Fall isch diä CD jez au Senirock.

Viel Spass bim Inelose und Mitfiire vo mim 21jährige Jubiläum! Au wänns zum Teil truurigi Liäder sind.

Keep on rockin in a free World!
S’Hindere müend mer Schtand hüt (leider) eifach mal schtriche.

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Bockwürscht und Nordliächter
4.8 (10)

Beste deutsche Bockwurst

Eigetly woni scho sit bald 20 Jaar s’Dütschland und bin mit ere dütsche Frau us em Norde verhüratet. Vo det her würdi meine, dass i äs einigermasse pflägts Schriftdütsch rede.
Ich mag au diä ganze Schwiizer nöd, wo mit irem Schwyzerdütsch oder neudütsch ire Swissness s’Dütschland karisiäret: „Wissen sie ich bin aus der Schweiz, und das ischd alles ganz neu für mich und überhaupt. Können sie mir doch bitte sagen, wie das bei Ihnen in Deutschland ist und wie das funktioniert“.

S’letscht Jaar isch mer aber öppis grausams passiärt. Ich bin s’Rostock gsi und han amene Schtrandkiosk in Warnemünde dummerwiis gseit: „Guten Tag ich hätte gerne eine Bockwurst, bitte“.
Und was hätt d’Verkäuferin gseit? „Sind sie aus der Schweiz?“
Ich bin einigermasse schockiärt gsy, dass sie das sofort tschäggt hätt. Aber ich bin i mich gange und han mer überleyt, was i falsch gmacht chönti ha.

Fäler 1:
Dä verdammti Konjunktiv vom Schwiizerdütsche. „Ich hätte gerne“ bruchts überhaupt nöd. Höchschtens na „Bitte“. Aber sogar das chan z’lang sii. Chönntet si mir, wär’s ine möglich, würdet si, dörf ich si bitte, äs chönnti, ich dänk äs wär und das ganze Zügs funktioniert in Norddütschland definitiv nöd, und entlarvt de Schprächer als Aaghörige vomene chlyne, sich sälber überbewertende Bärgvolch.

Fäler 2:
Satzlengi. Hanis doch tatsächlich gschafft, 8 Wörtli na mit Komma z’underteile. Das isch definitiv ehnder Jodelkultur als diräkti Kommunikation.

Fäler 3:
Mangelndi Coolness. Eigetly wär diä korräkt Antwort uff „Sind sie aus der Schweiz?“ gsy
„Aus Güstrow da sprechen wir so“.

Ich han dänn es Jaar lang g’üäbt diä Bschtellig schprachlich korräkt ufzgää, mit Ratschläg vo dä Frau und Tonbandtraining. Schtolz bin i geschter wider an genau gliche Kiosk zu dä gliche Verchäuferin und han gseyt.

„Moin, eine Bockwurst“.

Und was isch als Antwort cho?

„Sie sind doch der Herr aus der Schweiz, der jedes Jahr wiederkommt!“.

Moral: Du chasch bi Jedem und Jedere blöffe und eifach öppis vormache, aber niä und würkli gar niä bi nere Schtrandkioskverchäuferin.

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Ich bruche no meh…
5 (3)

Bim Baschtle a dere Siite hani gmerkt, dass i gar nöd so vill Material über mich und mini ehemalige Mitschtriiter han. Eigetly verdammt wenig zum das so z’säge.

Drum wäri schüüli froh, wänn äs paar guäti Seele mir Material für diä Website chönntet schicke.

Konkret:

Ziitigsartikel wo öppis mit mir und mim Umfäld z’tuä händ (WahWah, Gasseblatt, Gasseblues, Stilett, NZZ, TA, WoZ).

Demo und Übigsruumtapes woni irgendwiä mitmache.

Livetapes und so Züügs.

Zeichnige vom geniale Paul Weixler.

Eifach maile oder so.

Merci

haydi.rocks

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Schwabezollblues mit schriftdeutschen Untertiteln
4.6 (11)

Slideshow Schwabenzollblues

Meine deutschen Freunde, welche nicht unbedingt aus der Grenzregion zur Schweiz kommen, ärgern sich über diesen Song. Im Text ist offensichtlich die Rede von ihnen, aber nach deren eigener Aussage „kein Wort zu verstehen“.

Im Sinne des Versuchs einer weitergehenden Verständigung habe ich mir deshalb die Mühe der schriftdeutschen Untertitelung gemacht.

Zudem hat sich es sich herausgestellt, dass die Thematik des Songs durchaus einer Erläuterung für Norddeutsche, Ostdeutsche und Südschweizer, welche mit den regionalen Verhältnissen oft nicht vertraut sind, bedarf. Ich versuche es jetzt einfach mal mit Stichwörtern:

Wie es funktioniert: Personen mit Wohnsitz in der Schweiz erledigen Ihre Einkäufe in Deutschland. Das Geschäft gibt ihnen einen Ausfuhrschein oder Ausfuhrkassenzettel. Bei ihrer Rückkehr in die Schweiz legen sie diesen beim deutschen Zoll vor und kriegen einen Ausfuhrstempel. Damit erhalten sie die in Deutschland entrichtete Mehrwertsteuer, auch als Umsatzsteuer bezeichnet, zurück. Entweder direkt im Geschäft beim nächsten Besuch oder mit Überweisung.

Wer hat’s erfunden? Diese Frage kann derzeit leider noch nicht abschliessend geklärt, und schon gar nicht mit „wir Schweizer“ beantwortet werden.

Wer sich über diese Regelung freut: Die Einkäufer mit Wohnsitz in der Schweiz.
Und natürlich der gesamte süddeutsche Detailhandel, welcher dadurch ein massives Umsatzplus verbucht.

Wer sich weniger über diese Regelung freut: Personen mit Wohnsitz im deutschen Grenzgebiet. Diese verdienen in Deutschland meist weniger als in der Schweiz und zahlen auf ihren Einkäufen die volle Mehrwertsteuer. Zudem sind die dortigen Läden vor allem an den Wochenenden hoffnungslos mit Schweizern überfüllt.
Und natürlich der gesamte schweizerische Detailhandel, welcher dadurch ein massives Umsatzminus verbucht.

Reisefreimenge: Waren im Wert von bis zu CHF 300 pro Person dürfen steuerfrei in die Schweiz eingeführt werden. Für eine ausgiebige Einkaufstour in Deutschland empfiehlt es sich aus diesem Grund dringend, Oma, Opa, sämtliche verfügbaren Kinder und weitere Verwandte in das Auto zu packen. Ob diese mitkommen möchten ist in diesem Zusammenhang völlig unerheblich.

Erhöhtes Aufkommen von Einkaufstourismus: Ist jeweils ab 20. bis Ende Monat zu beobachten, wenn das Gehalt (der sogenannte Zahltag) auf dem Konto eingetroffen ist. Und natürlich vor Weihnachten.

Tipps für Profis: Der gewiefte Einkäufer schaut auf zusätzliche Aktionen (10% auf alles) und ruft die Wochenangebote von Norma, Penny, Lidl, Aldi, REWE, DM und Drogerie Müller auf. Dank Internet muss er glücklicherweise keine Angebotsprospekte mehr in Deutschland holen.

Der krönende Absch(l)uss: Die deutschen Stempel sind gesetzt, die Ausfuhrscheine fein säuberlich im Rundordner abgeheftet und bei einem leckeren Tannzäpfle Bier wird durchgerechnet, wie viel heute schon wieder gespart wurde.

Die Ökobilanz: Obwohl keine wissenschaftlichen Untersuchungen vorliegen, lässt sich mit annähernder Sicherheit sagen, dass Greta wohl keine Freude hätte.

Der Schwabe: Wer meint, dass hier Bewohner der Region Schwaben gemeint sind, liegt falsch. Der Schwabe ist vielmehr der schweizerdeutsche Ausdruck für Deutscher sowohl im neckenden, im bewundernden wie auch im abschätzig gemeinten Sinn. Je mehr Lebensweise und Sprache von schweizerischen Gepflogenheiten abweichen, desto mehr Schwabe. Das Gebiet der Urschwaben erstreckt sich demnach in etwa von Lorsch her nördlich quer durch ganz Hessen und Niedersachsen bis nach Lüneburg.

Der Schweizer: Im Zusammenhang mit dem Schwabezollblues sind sämtliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz gemeint. Einen nicht unerheblichen Anteil daran bilden auch die Schwaben und andere Personen mit Migrationshintergrund.

Weshalb ein Lied darüber? Interessiert doch keinen!: Ein sehr guter Bekannter von mir übt täglich die Tätigkeit des Ausfuhrkassenzettelstemplers aus und erzählt manchmal von seinen Erfahrungen. Dies sollte als Begründung ausreichen.

Warum ist das Lied soooo lang?: Lang? gemessen an den unendlichen Wartezeiten in Staus, an Kassen- und Schalterschlangen ist das nun wirklich ein Klacks.

Aktuell!

Am 15. Juni 2020 fallen sämtlich in den letzten Monaten wegen Corona geltenden Reisebeschränkungen zwischen Deutschland und der Schweiz weg. Am deutschen Zoll abgestempelt werden die Einkäufe übrigens bereits seit 2. Juni 2020 wieder.

Also Schweizer:

Ab in die Startlöcher zum vergnüglichen Einkaufserlebnis!

Bleibt gespannt!

Grenze offen

P.S. Aus naheliegenden Gründen ist dieser Beitrag ausnahmsweise in Schriftdeutsch verfasst.

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